Bundeshaus Aktuell: Zwischen Wachstum, Sicherheit und Verantwortung – Rückblick auf die Sommersession 2026

Am Montag, 29. Juni 2026, luden die Luzerner FDP-Bundesparlamentarier Damian Müller und Pe ter Schilliger zur Veranstaltungsreihe «Bundeshaus Aktuell» nach Schüpfheim ein. Rund 60 Gäste nutzten die Gelegenheit, sich über die zentralen Entscheide der Sommersession zu informieren und diese zu diskutieren.

Bild v.l.n.r. Andreas Bärtschi, Julien Hertli, Eva Forster, Justin Eggermann, Claudia Wicki, Damian Müller und Peter Schilliger

Gastgeber des Abends war die Kistag Dekopack AG. Das traditionsreiche Familienunternehmen entwickelt und produziert am Standort Schüpfheim hochwertige Verpackungslösungen aus Holz und Karton sowie Pro dukte für den Innenausbau. Mit innovativen Produkten, nachhaltiger Produktion und einem starken Engage ment in der Berufsbildung steht Kistag beispielhaft für einen erfolgreichen Industrie- und Arbeitgeberbetrieb im Entlebuch. CEO Justin Eggermann gewährte den Gästen einen Einblick in das Unternehmen und zeigte auf, welchen Herausforderungen sich die exportorientierte Industrie heute stellen muss.

Im Mittelpunkt des politischen Teils standen jene Themen, welche die Schweiz in den kommenden Jahren besonders beschäftigen werden: bezahlbarer Wohnraum, eine glaubwürdige Asylpolitik, sichere Energiever sorgung, stabile Bundesfinanzen und die langfristige Finanzierung der AHV.

Probleme lösen statt verwalten
«Wer die 10-Millionen-Schweiz-Initiative ablehnt, darf die Folgen des starken Bevölkerungswachstums nicht einfach ignorieren. Wir müssen den Wohnungsbau beschleunigen, die Infrastruktur ausbauen und die Zu wanderung besser steuern», hielt Ständerat Damian Müller fest. Das Bevölkerungswachstum erhöhe den Druck auf den Wohnungsmarkt, die Infrastruktur und die Sozialwerke. Gefragt seien konkrete Lösungen statt ideologischer Grabenkämpfe. Die FDP setzt dabei auf konkrete Reformen statt auf neue Regulierungen. Mit seinem Vorstoss gegen die Wohnungsknappheit fordert Damian Müller schnellere Verfahren, weniger Bürokratie und eine bessere Nut zung bestehender Bauzonen. Schnellere Verfahren, weniger Bürokratie und eine bessere Nutzung bestehen der Bauzonen sollen den Wohnungsbau beschleunigen. Gemeinden mit dauerhaft tiefen Leerwohnungsquo ten sollen künftig gezielt zusätzliche Einzonungen vornehmen können.

Auch die Asylpolitik war ein zentrales Thema. Müller sprach sich für einen klaren Kurs aus: Schutz für Men schen, die ihn benötigen, jedoch Schutz auf Zeit. Der Schutzstatus S dürfe nicht schleichend zu einem dauer haften Aufenthaltsrecht werden. Gleichzeitig brauche es konsequentere Rückführungen, klare Regeln beim Familiennachzug und den Mut, erfolgreiche Modelle anderer europäischer Staaten genauer anzuschauen. «Nur eine glaubwürdige Asylpolitik erhält die Akzeptanz der Bevölkerung für den Schutz wirklich Verfolgter,» so Müller.

Solide Finanzen statt neuer Belastungen
Nationalrat Peter Schilliger stellte die finanzpolitischen Entscheide der Sommersession ins Zentrum. Dass die Staatsrechnung 2025 besser abgeschlossen habe als erwartet, dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass die strukturellen Herausforderungen des Bundeshaushalts bestehen bleiben. Mit Blick auf die Finanzierung der Armee und der 13. AHV-Rente warnte Schilliger davor, immer neue Ausga ben über höhere Steuern zu finanzieren. Für die FDP steht fest: Bevor über zusätzliche Belastungen der Be völkerung diskutiert wird, müssen bestehende Ausgaben konsequent überprüft und Prioritäten gesetzt wer den.

Auch Damian Müller kritisierte die geplante unbefristete Erhöhung der Mehrwertsteuer zur Finanzierung der 13. AHV-Rente. Nachhaltig sichern lasse sich die Altersvorsorge nur mit strukturellen Reformen und einer generationengerechten Finanzierung, nicht mit immer neuen Abgaben.

Energieversorgung mit Weitblick
Ein weiteres Schwerpunktthema war die Energiepolitik. Peter Schilliger erläuterte die Beratungen zur Black out-Initiative und zum indirekten Gegenvorschlag. Dieser schafft die Grundlage für mehr Technologieoffen heit, indem das gesetzliche Neubauverbot für Kernkraftwerke aufgehoben werden soll. «Der Gegenvorschlag schafft keine Pflicht zum Bau neuer Kernkraftwerke. Er verhindert lediglich, dass künftigen Generationen diese Option gesetzlich verboten bleibt,» hielt Schilliger fest.
 

Offene Märkte sichern Arbeitsplätze
Passend zum Gastgeber Kistag Dekopack wurde auch die Bedeutung offener Märkte thematisiert. Peter Schilliger bedauerte, dass das Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten im Nationalrat keine Mehr heit fand. Gerade für exportorientierte Unternehmen verschlechtere dies die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz gegenüber der EU und erschwere den Zugang zu wichtigen Wachstumsmärkten. «Die Ablehnung darf nicht das Ende dieses wichtigen Freihandelsabkommens sein. Jetzt sind wir gefordert, Lösungen zu fin den, die eine Mehrheit ermöglichen und gleichzeitig die berechtigten Anliegen von Landwirtschaft und Nach haltigkeit aufnehmen,» so Müller.

Bundes- und Kantonspolitik im direkten Dialog
Neben den eidgenössischen Themen erhielten die Gäste auch einen Einblick in die jüngsten Geschäfte des Luzerner Kantonsrats. Kantonsrätin Claudia Wicki aus Schüpfheim und Kantonsrat Andreas Bärtschi aus Al tishofen ordneten die wichtigsten Entscheide der vergangenen Session ein und zeigten auf, welche Auswir kungen diese auf Gemeinden, Wirtschaft und Bevölkerung im Kanton Luzern haben.

Gerade das Zusammenspiel von Bundes- und Kantonspolitik macht den besonderen Wert des Abends aus. Viele politische Entscheide werden in Bern gefällt, ihre Wirkung entfalten sie jedoch in den Kantonen und Gemeinden. Die zahlreichen Fragen aus dem Publikum zeigten, wie gross das Interesse an den aktuellen poli tischen Herausforderungen ist. Der direkte Austausch zwischen Bevölkerung, Kantons- und Bundespolitik gehört seit Jahren zum Erfolgsrezept von «Bundeshaus Aktuell». Beim anschliessenden Apéro wurden die Diskussionen in persönlicher Atmosphäre fortgesetzt.
 

Besichtigung CKW Unterstation Ettiswil

Grosses Interesse in der Bevölkerung